Herzlich willkommen beim

Künstler Hans Anthon Wagner.

Unikatminiatur von
Hans Anthon Wagner.
Bildmotiv: Tübingen Motiv-Miniatur von
Hans Anthon Wagner.
Bildmotiv:
Blumenmännchen Blau.

 

Er malt und zeichnet ganz kleine

Bilder, die Sie kaufen können.

 

Die bunte Ortsansicht in der Mitte des linken

Bildes misst genau 45 x 45 mm, das

Blumenmännchen rechts ist 8 x 8 cm groß.

 

Das sind nur zwei von vielen Hundert

Miniaturgraphiken des Künstlers.

 

Klick hier,

und Sie erfahren mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hans Anthon Wagner

Bild & Buchkunst

begrüßt Sie auf seiner Webseite.

 

Hans Anthon Wagner
im MUSEUM ANTHON

 

Als Berufskünstler schuf ich in fast vier

Jahrzehnten Hunderte von Miniatur-

graphiken, schrieb und illustrierte

Bücher. Alles zu betrachten und

im Rahmen der Limitierung auch

käuflich zu erwerben im

MUSEUM ANTHON

in Ammerbuch-Breitenholz bei

Tübingen/Baden-Württemberg.

*Museumsadresse*

 Auch Versand ist möglich.

 

Ein paar Beispiele meiner Arbeiten

folgen hier.

 

5 Miniaturgraphiken von
weit über 1000 gezeichneten
Ortsansichten des Künstlers
Hans Anthon Wagner.

 

Oben: Fünf Beispiele von über 1300 Ortsansichten

 im gerahmten Format von 10,5 x 10,5 cm.

 

Alle gezeichneten Orte unter

www.miniaturgraphiken.de

(Bitte notieren Sie die Webseite zum späteren Aufrufen).

 

 

Es folgt nun eine Auswahl von

 MotivMiniaturen:

 

Gerahmtes Bild Originalgröße 10,5 x 10,5 cm.

Einzelpreis € 80,- + Versand € 2,-

 

 

Auf Wunsch schreibt der Künstler einen zum Anlass

 passenden Text ins Bild.

 

Beim Zeigen auf ein Bild erscheint der Bildtitel. Wenn

nicht, einfach nach Bild-Nr. (unter den Bildern) bestellen.

 

Alles im Eimer Alte Buche Alte Fraktur

Bild-Nr. A1- A3

 

Angler Antenne

Bild-Nr. A4 - A5

 

Apfelbaum Apfel m. Wurm

Bild-Nr. A6 - A7

 

Bär  Ballonfahrer

B1 - B3

 

Bett im Baum Biene Blumenmännchen Blau Blumenmännchen Rot

Bild-Nr. B3 - B6

 

Buch Christbaum-Fahrer Christbaum 13

Bild-Nr. B7, C1 - C2

 

 Dackel Daumen Dreiecke 60.
Auch andere
Zahl möglich.

Bild-Nr. D1 - D3

 

Ei Eichenblatt

Bild-Nr. E1 - E2

 

  Elefant Blau Elefant musiziert Eule

Bild-Nr. E4 - E6

 

Farbquadrate Blau Farbquadrate Grün Farbquadrate kl.1 Farbquadrate kl.2 

Bild-Nr. F1 - F4

 

Farb-
quadrate
50/1 Farbquadrate 50-2
Auch andere Zahl möglich. Fechter 

Bild-Nr. F5 - F7

 

Fledermaus Freut sich
das Haus Frosch Fuchs liegend 

Bild-Nr. F9 - F12

 

Fuchs sitzend

Bild-Nr. F13

 

Gamsbart Gärtner Gesetzbuch 

Bild-Nr. G1 - G3

 

Gipfelstürmer 50 Gipfelstürmer 60 Gipfelstürmerin 40 Gipfelstürmerin 50 

Bild-Nr. G4 - G7

 

Gorgosnoff 1-6 Serie Gorgosnoff 1-6 Serie Gorgosnoff 1-6 Serie Gorgosnoff 1-6 Serie Gorgosnoff 1-6 Serie Gorgosnoff 1-6 Serie

Bild-Nr. G8 (G8 = 6 Grafiken)

 

Gutschein Häuser sind ... Hahn Hailfingen

Bild-Nr. G9, H1 - H3

 

Hammer Handstand h im Quadrat
(Jeder Buchstabe ist möglich) Hase

Bild-Nr. H4 - H7

 

Hasentanz Haushund 1 Haushund 2 Haushund 3

Bild-Nr. H8 - H11

 

Haushund 4 Haushund 5

Bild-Nr. H12 - H13

 

Hausordnung 11M2 Hausordnung 11M3 Hausordnung 13M2

Bild-Nr. H14 - H16

 

Hausordnung 14M1 Hausordnung 14M3 Hausordnung 15M1 Hausordnung 15M3

Bild-Nr. H17 - H20

 

Hausordnung 28M1 Hausordnung 29M1 Hausordnung 31M1

Bild-Nr. H21 - H23

 

Herd Hochbett

Bild-Nr. H24, H26

 

   Käsekuss Käsereiter Katzen

Bild-Nr. K1 - K3

 

Koch König Korkenzieher Krawatte

Bild-Nr. K4 - K7

 

Krebs Kunstdünger Lampenfieber Lehner

Bild-Nr. K8 - K9,  L1 - L2

 

LeonardoBaum Luftballon Magisches Auge

Bild-Nr. L3 - L4,  M1

 

 Malerigel Mandala Minitypo OrangenBaum

Bild-Nr. M2 - M5

 

 Motorrad ab Motorrad auf

Bild-Nr. M6 - M7

 

MirabellenBaum Pantoffeln PapageienTaucher Pfarrer

Bild-Nr. O1,  P1 - P3

 

 Pfeile Blau PfeileRot

Bild-Nr. P4 - P5

 

Pferdchen Pinguin Punkte Blau Punkte Lila

Bild-Nr. P6 - P9

 

Radfahrer Radfahrerin Rasenmäher

Bild-Nr. R1 - R3

 

Rosenstrauß Säule
mit Gedicht Schäfchen Schäfer

Bild-Nr. R4,  S1 - S3

 

SchäferkarrenGelb SchäferkarrenBlau Schaukel

Bild-Nr. S4 - S6

 

Schirm Schlange Schmetterling Schneebaum

Bild-Nr. S7 - S10

 

Schubkarren Schwan Schwein Selbstportrait
H.A.Wagner

Bild-Nr. S12 - S14,  S17

 

Signet
HAW

Bild-Nr. S18

 

Sitzung (Gedicht) Sparschwein Stahlhelm

Bild-Nr. S19(Gedicht) - S21

 

Standuhr Storch Streifenbaum Sumoringer

Bild-Nr. S22 - S25

 

Telefon
(steht unter dem Baum) Television Teufel Thermometer

Bild-Nr. T1 - T4

 

Topflauf

Bild-Nr. T5

 

Vogelhaus
mit Gedicht Vogelkonzert 50 Wanderer Weidensonne

Bild-Nr. V1 - V2,  W1 - W2

 

Weintrauben Wespe Würfelbaum Wurmlinger Kapelle

Bild-Nr. W3 - W5,  W7

 

Wurst Ziege Ziffernmini Z im Quadrat
(Jeder andere Buchstabe ist möglich)

Bild-Nr. W8,  Z1 - Z3

 

 

Oben: MotivMiniaturen

 

Beim Zeigen auf ein Bild erscheint der Bildtitel. Wenn

nicht, einfach nach Bild-Nr. (unter den Bildern) bestellen.

 

Gerahmtes Bild Originalgröße 10,5 x 10,5 cm.

Einzelpreis € 80,- + Versand € 2,-

 

Die besonders aufwändig herzustellenden Bildtitel Alte Fraktur

 (Bild-Nr. A3), Dreiecke 50 (Bild-Nr. D3), Minitypo (Bild-Nr. M4)

 und Ziffernmini (Bild-Nr. Z2) kosten jeweils € 460,-.

 

Auf Wunsch schreibt der Künstler einen zum Anlass

 passenden Text ins Bild. Gratis.

 

Ihre Bildbestellung bitte per Mail an:

hans-anthon-wagner@web.de

 

Die Liefermöglichkeit wird umgehend per Mail bestätigt. Der Ver-

sand erfolgt per Post im speziell gefertigten Miniaturenkarton.

 

 

Hier noch eines meiner Bücher:

Schäferkarren-Philosophie

 

Fest gebunden, 168 Seiten, zahlreiche Abbildungen.

 

€ 19,-; Versand € 2,-.

Für besondere Anlässe auch mit Original-Handzeichnung,

 Widmung, Gruß vorne im Buch (Unikat), Aufpreis € 10,-

 

Wer über 30 Jahre in einem alten Schäferkarren,
fern aller zivilisatorischen Errungenschaften lebt,
hat viel zu erzählen. Hans Anthon hat seine Ge-
dichte und Geschichten aufgeschrieben.

 

Schäferkarren-Philosophie

Gedichte und Geschichten eines Einsiedlers

 

Wer sich für eine Autorenlesung interessiert, erhält auf

eMail-Anfrage gerne weitere Infos. Der Film

 

Autorenlesung
mit Film:
Hans Anthon
Portrait eines
Einsiedlers.

 

„Hans Anthon - Portrait eines Einsiedlers“

könnte Teil Ihrer Veranstaltung sein. Bei Klick auf den

kleinen, grünen Schäferkarren, erfahren Sie mehr.

 

Wochentags erreichen Sie mich unter

der Museumsanschrift (Ausstellung und

 mein Atelier), sonst bin ich fast un-

erreichbar in meinem Schäfer-

Hans Anthon Wagners Schäferkarren.
Daniel Stahl hat in SONNTAG AKTUELL
darüber berichtet.

Klick für weitere Infos

karren am Rand des Schönbuchs.

E-Mails werden regelmäßig gelesen

 und beantwortet.

 

Hans Anthon Wagner

MUSEUM ANTHON

Forsthausstraße 10

72119 Ammerbuch-Breitenholz

Tel. 07073/7977  ·  Fax 07073/7008

eMail: hans-anthon-wagner@web.de

 

*Klick zurück zum Anfang*

 

Praktische Links:

 

Für Ortsansichten:  www.miniaturgraphiken.de/

Für Bücher:  www.breitenholzer-igelverlag.de/

Museum:  www.museum-anthon.de/

 

 

Eine schöne Zeit wünsche ich Ihnen.

 

... Ende der Webseite ...

Danke für Ihren Besuch!

 

Klick zurück zum Anfang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text aus  SONNTAG AKTUELL  ........................................  20.12.2010

 

Sonntag Aktuell
Der Künstler Hans Anthon Wagner
und sein Leben im Schäferkarren.

 

Leben im Schäferkarren

 

von Daniel Stahl

 

Hans Anthon Wagner ist eigentlich ein ganz normaler

Mensch. Er trinkt zwischendurch auch gerne mal ein

Schnäpsle und lebt davon, dass er kleine Bilder malt

und Gedichte schreibt. Nur seine Wohnung ist anders.

 

Schäferkarren von
Hans Anthon Wagner
im Winter 2009/2010
Foto: Molino

Klein aber fein: Hans Anthon Wagner lebt auf diesen vier Quadrat-

metern auf Rädern. Abends reichen ihm Kerzen zum Lesen. „Ich hab

hier jeden Abend Weihnachtsstimmung“, sagt der Mann im Schäfer-

karren.                                                                  Foto: Meister

 

Was gibt es Schöneres, als bei Minus-Temperaturen in

ein warmes Zuhause zurückzukehren. Hans Anthon Wag-

ner dreht den Schlüssel im Haustürschloss, zieht den

Kopf ein und betritt seine Wohnung. Draußen hat der

Winter zum ersten Mal das Wasser in den Eimern gefrie-

ren lassen, Dach und Wiese sind mit Schnee über­zogen.

Die Hände sind kalt. Drinnen ist es noch angenehm

warm. Im kleinen Ofen rechts neben der Tür glimmt ein

Stück Holz, gerade genug, um den Schäferkarren vor dem

Auskühlen zu bewahren.

 

Hans Anthon Wagner zieht die Türe zu, angelt aus einem

kleinen Fach in der Wand zwei Aststücke, öffnet die

quietschende gusseiserne Ofentür und gibt der Glut neue

Nahrung. Nach wenigen Minuten hört man die Holzschei-

te knacken, schnell tauen auch die Hände wieder auf. Die

Luft im Karren ist trotzdem frisch. Der Karren ist eben

nirgends ganz dicht. Der 64-jährige Schäferkarren-Be-

sitzer setzt sich auf sein Bett, für den Besuch bleibt die

Bank gegenüber. Würde Wagner seine Arme nach rechts

und links ausstrecken, könnte er beide Wände berühren.

Platzangst darf man hier nicht haben.

 

Der Kessel auf dem Ofen dampft schon, an den beiden

kleinen Fenstern und an der niedrigen roten Decke schla-

gen sich Tropfen nieder. Der Tee ist fertig. Jetzt ist Wag-

ner bereit zu erzählen. Warum er seit über 30 Jahren in

einem Schäferkarren lebt. Auf vier Quadratmetern. Ohne

Strom und Wasser. Die Geschichte beginnt, als Wagner

nach dem Studium von Kalifornien zurück in seine Hei-

mat kommt. Bald leitet er ein Designstudio. Gleichzeitig

bereist er die Umgebung, um die alten Orte für die Nach-

welt in Zeichnungen festzuhalten.

 

Auf einer seiner Touren mit dem Fahrrad skizzierte er

seine heutige Wohnung, den historischen Schäferkarren,

Baujahr 1864. Wagner sollte den Karren haben, sofern er

dem Gefährt einen standesgemäßen Stand­ort bieten kön-

ne, so der alte Besitzer. So kaufte Wagner sich eine Wie-

se am Rand des Schönbuchs.

 

Hans Anthon Wagner hat aus der Schäfer-Behausung sei-

nen festen Wohnsitz gemacht. „Aus einer Laune heraus

habe ich im Spätherbst mal im Karren übernachtet“, er-

zählt er. Das war 1974. „Hier konnte ich einfach so für

mich sein.“ Das gefiel ihm. Bald darauf entschied er sich,

in den Karren umzuziehen. „Ich wollte das halt“, sagt er

und lacht zufrieden. Eine andere Erklärung bekommt man

nicht. Zumindest keine, die das Bedürfnis nach rationalen

Gründen zufriedenstellen kann. Vielleicht, weil es tat-

sächlich keine andere Antwort gibt. Hans Anthon Wagner

wollte das halt so. Wie andere sich ein Haus bauen, ent-

schied sich Hans Anthon Wagner dafür, in den Schäfer-

karren einzuziehen.

 

Familie, Eltern, Geschwister waren „nicht gerade begeis-

tert“ von der Idee. Doch sie haben sich damit angefreun-

det. Wagner übergab seine Grafikagentur seinen Mitar-

beitern und konzentrierte sich auf seine Ortsansichten

und Gedichte, die er vor allem in und vor seinem Schä-

ferkarren verfasst. „Anfangs war ich hier auch von Lang-

eweile geplagt“, erinnert er sich. Doch der Schäferkar-

ren-Bewohner kommt gut mit sich selbst klar. „Hier kann

ich auch mal einen Gedanken zu Ende denken.“ Und er

hat ein Brettspiel entwickelt, das er mit sich selbst spie-

len kann, ohne zu wissen, wer gewinnt – er oder er.

 

Doch mit Robinson Crusoe oder dem Alm-Öhi hat das Le-

ben von Hans Anthon Wagner wenig zu tun. Er fühlt sich

nicht ständig als Einsiedler. „Ich treffe ja immer noch

Leute.“ Auch Aussteiger sei falsch, weil er sich nicht

ganz von der Gesellschaft ausschließt. Wer ihn auf der

Straße trifft, sieht einen höflichen aufmerksamen Mann

mit grauen Haaren und einer Weste aus Schaffell. Hans

Anthon Wagner ist einfach ein Mann, der lieber in einem

Schäferkarren auf einer Wiese wohnt.

 

Sein Wohngrundstück hält Wagner geheim, nur wenige

kennen den Weg. Der Schäferkarren steht irgendwo am

Waldrand am südlichen Hang des Schönbuchs und so gut

versteckt, dass kaum jemand zufällig vorbei kommt.

Manche Wanderer finden die Klause doch. Dann schrei-

ben sie auf die raue grau gestrichene Karrenwand, von

der an einigen Stellen schon die Farbe abblättert, kleine

Nachrichten: „Das ist ein Leben, wie ich es mir wün-

sche“. Irgendwo steht auch: „Kann ich hier einziehen?“

„Leider nein. Schon besetzt“, hat der Bewohner darunter

vermerkt. Doch wenn Hans Anthon Wagner zu Hause ist,

lädt er Wanderer gerne auf ein Schwätzchen vor seinem

Karren ein, von wo man die ganze Gegend überblickt. Ein

Gast war so fasziniert, dass er den Schäferkarren beim

Denkmalamt als Kleindenkmal gemeldet hat.

 

Tatsächlich ist der Karren eine Mischung aus Denkmal

und Museum. Hier erlebt jeder Besucher, wie wenig

Raum einem Menschen zum Leben reichen kann. Viele

Leute haben Betten, die so groß sind wie der ganze Schä-

ferkarren. Das Leben ist überschaubar hier draußen am

Waldrand. Über dem schmalen Bett auf einem Brettchen

hat Wagner einige Bücher, daneben liegen Bleistifte für

Notizen und Skizzen. Über dem Tisch an der hinteren

Karrenwand lagern in zwei Regalfächern Brot, Käse und

selbst gemachte Marmelade. Neben dem Essensregal

hängen Kleiderbügel. Kein Platz ist verschwendet. Das

Esszimmer ist das Wohnzimmer, das Wohnzimmer ist

auch das Schlafzimmer. Nur das Bad ist draußen.

 

Hans Anthon Wagner öffnet die Karrentür, tritt einen

Schritt von seiner Wohnung auf die Erde herunter. So

kann er bequem in den Spiegel sehen, der an der geöffne-

ten Türe hängt. Im Bad ist es heute recht kalt. Die Kat-

zenwäsche fällt aus, das Wasser, das Wagner von seinem

Dach sammelt, ist eingefroren. Zum Zähneputzen reicht

eine Hand voll Schnee. Das stille Örtchen hat sich

Wagner weit hinter seinem Karren im Gebüsch gebaut.

 

Nach dem Aufstehen geht Hans Anthon Wagner in sein

Künstleratelier. Auf einem Trampelpfad läuft er nach

Breitenholz. Auf der gefrorenen Erde knirscht der Schnee

unter seinen Sohlen, während er sich unterwegs unter

Ästen duckt, die fast sein Gesicht streifen. In Breitenholz

hat er sich ein Atelier samt Werkstatt eingerichtet, seinen

Arbeitsplatz, den er jeden Wochentag einnimmt. „Ich

glaube, diese Disziplin ist notwendig. Sonst kriegst du

nichts zustande.“ Rund 1300 Ortsminiaturen hat Wagner

gezeichnet – Häuser- und Dorfansichten aus der gesamten

Umgebung. Jedes einzelne der 1300 Bilder hat er spiegel-

verkehrt auf eine Kalkschieferplatte übertragen und damit

200 Abzüge gedruckt. Nach über 30 Jahren mit den Orts-

miniaturen hat es ihm dann gereicht. „Ich war mit Ernst

dabei und hab das auch gerne gemacht, doch jetzt muss

mal wieder mehr Humor in meine Arbeit.“

 

Heute zeichnet er witzige kleine Bildideen, die er mit

Sprüchen versieht. Zeichnen ist sein Broterwerb. Zwar ist

das Leben am Waldrand nicht teuer. Aber auch ein selbst-

ständiger Einsiedler bezahlt Steuern, hat Portokosten,

braucht Arbeitsmaterial. Etwas Geld spart Wagner auch

für das Alter, falls er irgendwann aus seinem Karren

ausziehen muss.

 

Am Abend macht sich Hans Anthon Wagner auf den

Heimweg. Eine Dusche gibt es im Atelier, auch einen

Schrank, aber keine Matratze. „Manchmal habe ich

abends keine Lust mehr, noch den weiten Weg den Berg

hoch zu laufen“, sagt er. „Doch am nächsten Morgen bin

ich wieder glücklich, dort oben aufzuwachen.“

 

 

Klick zurück zum Künstler Hans Anthon Wagner

 

 

Hans Anthon Wagners erste Zeichnung seines

Schäferkarrens kann man seit 1976 alle zwei Jahre auf

dem Plakat zum Wildberger Schäferlauf entdecken. Der

Künstler hat es im Auftrag des damaligen

Bürgermeisters, Eberhard Seewald, entworfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Plakat zum Wildberger Schäferlauf

 

Plakat zum Wildberger Schäferlauf.
Entworfen, gemalt und gezeichnet
von Hans Anthon Wagner.

Seit 1723 feiert das Schwarzwaldstädtchen Wildberg

seinen Schäferlauf. Besucher von nah und fern sind

eingeladen, den Umzug durch die Straßen und den

Wettlauf der Schäferinnen und Schäfer zu erleben.

Überall machen Plakate das Ereignis bekannt, doch kaum

jemand weiß, dass im abgebildeten Schäferkarren ein

Dichter und Maler seinen Traum vom Leben, fern aller

zivilisatorischen Errungenschaften, verwirklicht hat.

 

Und hier noch

 ein Foto von

Manfred Grohe

für die

Stuttgarter Zeitung.

 

Klick zurück zum Künstler Hans Anthon Wagner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressetext Stuttgarter Zeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dichterworte aus dem Schäferkarren

 

Hans Anthon Wagner lebt in einem winzigen Pferchkarren

 

Hans Anthon zeichnet vor seinem Schäferkarren.
Foto: Manfred Grohe

 

Kürzlich ist Hans Anthon Wagner aus seinem Schäferkarren

ausgezogen. Zwei verliebte Zwanzigjährige woll­ten erkunden,

was es mit dem berühmten Schä­fer­stünd­chen auf sich hat.

Hans Anthon Wagner hat die Geschichte der zwei in seinem

Buch „Schäferkarren-Philo­sophie“ aufgeschrieben. Illustriert

hat er es auch.

 

Der 64-Jährige ist studierter Grafiker. Tagsüber verdient er

sich in seinem Atelier im Dorf Breitenholz im Landkreis

Tübingen die Brötchen mit Miniaturgraphiken von Dörfern

und Städten - von A wie Affstätt bei Herrenberg bis Z wie

Zittau/Oberlausitz. Ein erfolgreicher Mann, er beschäftigte

mehrere Mit­arbeiter. Doch das kann’s nicht gewesen sein,

sagte sich der Schwabe vor dreißig Jahren, verschenkte

einen Großteil seiner Firma - und verliebte sich auf der Alb

in den 1864 erbauten Schäferkarren. „Du kriegst ihn, wenn

Du für ihn einen passenden Platz findest und ihn in Ehren

hältst“, sagte der Besitzer. Hans Anthon Wagner fand einen

Platz am Naturpark Schön­buch.

 

Im Vogelkasten am Apfelbaum überwinterte ein

Siebenschläferpärchen. In der Regentonne sammelt er das

Nass, neben dem schmalen Spiegel hängt der Rasierpinsel.

Das Plumpsklo ist im Grün versteckt.

 

Häuser faszinieren ihn, ihr Aussehen, die Farbe, die

Wetterspuren, die Umgebung in der sie stehen: „Häuser

haben Charakter wie Menschen.“ Das hält er in

zwölffarbigen Lithographien fest, abgezogen auf einer

schwarzen Druckpresse von 1900. „Häuser sind auch nur

Menschen“ heißt das Buch, in dem sie veröffentlicht sind.

Besucher in seinem Atelier, die seine Bilder sammeln,

verfolgen fasziniert die Arbeit an der alten Maschine.

 

Als Hans Anthon Wagner nach der Restaurierung des alten

Schäferkarrens vor 37 Jahren ins 1,80 mal zwei Meter

kleine Geviert einzog, wollte er anfangs nur wissen, wie es

sich drei Herbstmonate lang im engen Raum lebt. Damals

war es ihm ein Rätsel. Heute schwingt er sich allabendlich

nach Arbeitsschluss auf sein Fahrrad und radelt hinauf.

 

An der Holzwand im Schäferkarren hängt ein Blatt mit

Schopenhauers Apho­rismus: „Das Leben ist nichts anderes

als die Vorstellung davon, die im Kopf stattfindet.“ Und

unterm kurzen Vordach baumelt die Petroleumlampe.

Wenn die Igel in der Dämmerung durchs Gras huschen,

blickt ihnen Hans Anthon Wagner nach. Links neben der

Tür notiert er mit Kreide auf einer kleinen Schiefertafel

nicht zu Vergessendes.

 

Das Wiesengrundstück, auf dem der Karren steht, misst gut

20 Ar. Unter der kaum einen Meter dicken Bodenkruste

drängt sich Gipsgestein. Ein Kanonenofen schenkt mit

Buchenscheiten im Winter Wärme. „Wenn ich hier drinnen

liege und der Regen aufs Dach prasselt ist das eine Musik,

bei der man wunderbar schlafen kann“.

 

Stuttgarter Zeitung: Lotte Schnedler / Foto Grohe

 

 

- Klick zum Künstler Hans Anthon Wagner -

 

 

Auch die Ulmer SÜDWEST PRESSE hat sich mit

dem Einsiedler beschäftigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SÜDWEST PRESSE

23.7.11   Evangelischer Pressedienst / Birgit Vey

 

Niemals Ärger mit den Nachbarn

Im Schönbuch lebt Hans Anthon Wagner seit

36 Jahren in einem alten Schäferkarren.

 

Er hat das Zuhause der ausgefallenen Art: In einem alten

Schäferkarren im Naturpark Schönbuch lebt der Künstler

Hans Anthon Wagner.

 

Mitten im Schönbuch, von Bäumen eingerahmt, liegt das

gerade mal 1,80 Meter breite Mini-Heim. Besucher müssen

einen Berg hinaufkraxeln, wenn sie zu Hans Anthon Wagner

wollen. Zwischen Kirsch-, Zwetschgen- und Nussbäumen

finden sie ihn. Im Sommer sitzt er gerne draußen auf seiner

alten Holzbank, umgeben von Wildblumen, und genießt den

Blick über das Tal.

Hinter ihm steht sein ganzer Stolz: ein Schäferkarren aus

dem Jahr 1864. Dem Wagen sieht man sein Alter an: Schon

etwas abgeblättert ist die graue Farbe. Auf Holzrädern steht

er, und an einer Seitenwand ist ein Metallrohr, der Rauch-

abzug für den Gussofen im Inneren. Eimer, die am Wagen

befestigt sind, dienen dem eigenen Wasserbedarf, andere

stellt Wagner für die Waldtiere hin. Hasen und Rehe zählen zu

den häufigsten Gästen, auch Siebenschläfer tummeln sich in

der Nähe.

Als Toilette dient ein Plumpsklo, das hinter Gebüschen

versteckt ist. Regenwasser sammelt Wagner in einer Tonne,

die im Boden eingegraben ist. Dennoch schüttelt der 66-

Jährige den Kopf, wenn man ihn fragt, ob das nicht zu wenig

Komfort sei. Das Leben mitten in der Natur und die Einsamkeit

seien das, was er als Luxus empfinde. Seit 36 Jahren lebt

Wagner nun auf diese ungewöhnliche Weise. “Das hatte ich

ursprünglich gar nicht vor”, erinnert er sich.

 

 

Himmlische Ruhe herrscht in und um Hans Anthon Wagners

Domizil. Der Künstler hat sich einen alten Schäferwagen

zur Wohnung erkoren.                                      Foto: epd

 

Bei der Suche nach Motiven - er zeichnet gerne Altstadt-

ansichten - war Wagner fündig geworden: Auf einem Bauern-

hof sah er den Schäferkarren. Wenn er einen angemessen

Platz für den Karren finde, könne man über einen Verkauf

sprechen, sagte der Besitzer. Als Wagner einen geeigneten

Platz fand, bekam er den Karren sogar geschenkt. Die Wiese

wurde gekauft und der Karren per Schlepper auf den 800

Meter hohen Berg gezogen.

Doch die erste Nacht im selbst restaurierten Zuhause war

alles andere als toll. “Zu wissen, dass die nächste mensch-

liche Siedlung zwei Kilometer weit entfernt lag, war unange-

nehm”, meint Wagner. Zeit brauchte er auch, um sich daran zu

gewöhnen, keine Gesprächspartner zu haben. “Ich probiere

mal aus, ob ich das aushalte”, entschied sich Wagner, der

mittlerweile findet: “Das ist mein idealer Wohnsitz.” So kann er

sich heute gar nicht mehr vorstellen, in einer gängigen Miets-

wohnung zu leben. Der Verkehr und die Rücksichtnahme auf

Nachbarn wären ihm zu anstrengend.

Besuch ist selten. Meist verbringt Wagner die Zeit alleine im

zwei Meter langen Wagen. “Mit meinen 1,82 Metern Körper-

größe ist er genau richtig“, schmunzelt er. Im Schäferkarren

stehen ein kleiner Tisch, eine Sitzbank und ein paar Regale.

Strom fehlt. Wer hier wohnt, der kommt ohne Kühlschrank,

Fernseher, Waschmaschine und Radio aus.

Ganz von der Zivilisation hat sich Wagner aber nicht verab-

schiedet. Für seine künstlerischen Arbeiten nutzt er ein Atelier

im nahe gelegenen Dorf Breitenholz. Dort besuchen ihn auch

seine Freunde. Trotzdem kehrt er gerne in sein menschen-

leeres Reich zurück.

 

- Klick zum Künstler Hans Anthon Wagner -